Queen Rania's speech at A Heart for Children Gala - Berlin, Germany

December 04, 2016

Thank you so much, Ms. Schadt, for those kind words.

We’re told in biology class that our hearts are the size of a fist.  This is true—but it’s an unhelpful image: a fist is clenched, hardened, and turned inward on itself.

A Heart for Children reminds us that our hearts are big enough, and open enough, to hold all the children in the world.  For 38 years, this organization has given life-saving care, shelter, and support to traumatized children in Germany… at-risk children in Togo… children living in poverty in South Africa.

It is truly an honor to be here tonight, with all of you; I am humbled to receive this award.

Standing here, under these brilliant lights, in front of smiling faces and TV cameras, I’m reminded of how connected we are to each other—even right now, through lenses and screens.

I’m also reminded of what it means to be seen.  To be heard.  To be acknowledged.

It’s a privilege I don’t take for granted.

Because every day, millions of children suffer unseen.

Like Syrian children, packed into trucks and rubber boats to escape the barrel bombs raining down on their homes and schools.

Or trapped under the rubble of eastern Aleppo after airstrikes pound their neighbourhoods, where a quarter of a million civilians are without access to aid or clean water and at risk of mass starvation.

Yemeni children, their skin clinging to their bones, victims of a civil war they didn’t ask for and don’t understand.

One of these children, Salim, is eight years old but so severely malnourished he can no longer talk.  His mother described him like this: “Although he’s alive, it’s as if he’s no longer here.”

I think about those words, and what they mean for an entire generation.

Millions of children are at risk of dying.  But millions more are at risk of living as if they’re no longer here: isolated, wasting away, abandoned, or hidden from sight.

Many are deprived not only of food and shelter but of a basic human right to education.  This is the generation that will rebuild their communities when the wars end.  The generation for whom school is a lifeline… and yet sitting in a classroom is now a mortal threat.

We ask ourselves: how can this be?  At a time of unprecedented progress and opportunity… when we only have to flip a switch or click a mouse to connect, engage, and tune in to the world… How can this happen on our watch?

Our humanity, our empathy, our ability to walk in one another’s shoes—these are our greatest strengths.

And if we use these strengths… if we hold ourselves and our leaders accountable… if we take action, together… then these children will not be alone.  They will not be abused or exploited.  They will not be vulnerable to recruitment by extremists.  They will not be forced to weigh their right to education against their right to live in safety and peace.

I have visited families in refugee camps, living in 4x3 tents thousands of miles from home.  I have spoken with children who lost their relatives and watched their neighborhoods disappear.  Even those who escaped physical violence bore psychological scars.

And yet the words I heard, over and over, were not words of despair.  I heard about plans and dreams—to study, to play, to become doctors, teachers, or humanitarians.

They were words of hope, even in the most hopeless of places.

A Heart for Children has nourished this hope, all over the world.

Tonight, let us say to children everywhere: we see you.  And tomorrow—and all the tomorrows that follow—let us work tirelessly to open our hearts and keep their hope alive.

Thank you. 

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German translation:

Herzlichen Dank, Frau Schadt, für diese freundlichen Worte.

Im Biologieunterricht wurde uns beigebracht, dass unsere Herzen die Größe einer Faust haben. Das ist wahr – jedoch ist dies keine hilfreiche Darstellung: Eine Faust ist geballt, hart und in sich gerichtet.

Ein Herz für Kinder erinnert uns daran, dass unsere Herzen groß und offen genug sind, um alle Kinder dieser Welt zu tragen. Seit 38 Jahren, bietet diese Organisation traumatisierten Kindern in Deutschland lebensrettende Hilfe, Obdach und Unterstützung…….gefährdeten Kindern in Togo….. in Armut lebenden Kindern in Südafrika.

Es ist eine wahre Ehre heute Abend mit Ihnen allen gemeinsam hier zu sein.
Ich bin berührt diesen Preis entgegennehmen zu dürfen.

Hier zu stehen, unter diesen brillanten Lichtern, vor lächelnden Gesichtern und Fernsehkameras. Ich werde daran erinnert wie wir miteinander verbunden sind – gerade jetzt, durch Objektive und Bildschirme.

Ich werde daran erinnert was es bedeutet gesehen zu werden; gehört zu werden; anerkannt zu werden.

Es ist ein Privileg, welches ich nicht als selbstverständlich erachte.

Da jeden Tag Millionen von Kinder leiden, und dabei nicht gesehen werden.

Wie syrische Kinder, in Lastwagen und Schlauchboote gepackt, um den Bomben zu entkommen, die auf Ihre Häuser und Schulen niederregnen.

Oder unter den Trümmern von Ost-Aleppo eingeschlossen, nach Luftangriffen auf ihre Nachbarschaft, wo eine viertel Millionen Zivilisten ohne Zugang zu Hilfe oder sauberem Wasser einer Hungerkatastrophe ausgesetzt sind.

Jemenitische Kinder, deren Haut an ihren Knochen hängt , Opfer eines Bürgerkrieges, den sie weder angezettelt haben noch verstehen können.

Eines dieser Kinder, Salim, ist acht Jahre alt, akut unterernährt und kann nicht mehr sprechen. Seine Mutter beschrieb ihn wie folgt: „ Obwohl er lebt, ist es als wäre er nicht mehr hier.“

Ich denke über diese Worte nach und was sie für eine ganze Generation bedeuten.

Millionen von Kinder sind dem Risiko des Todes ausgesetzt. Jedoch noch mehr sind dem Risiko ausgesetzt zu leben als  ob  sie nicht mehr hier wären, isoliert, dahinsiechend, verlassen oder unsichtbar.

Vielen wird nicht nur Nahrung und Obdach vorenthalten, sondern auch das fundamentale Menschenrecht auf Bildung. Dies ist die Generation, welche ihre Gemeinden nach Kriegsende wieder aufbauen wird. Die Generation, für die Schule ein Rettungsanker ist………..obwohl es eine tödliche Bedrohung ist in einem Klassenzimmer zu sitzen.

Wir fragen uns selbst:“ Wie kann das sein?“ In einer Zeit von noch nie dagewesenem Fortschritt und Gelegenheiten …….in der wir nur einen Schalter drücken oder eine Maus klicken müssen um uns zu verbinden, uns zu engagieren und um uns in der Welt einzusetzen……….Wie kann das vor unseren Augen geschehen?

Unsere Humanität, unsere Empathie, unsere Fähigkeit sich in die Lage eines anderen zu versetzen – dies sind unsere größten Stärken.

Und wenn wir diese Stärken nutzen…...wenn wir uns selbst und unsere Führungen zur Verantwortung ziehen…….wenn wir handeln, gemeinsam…………dann werden diese Kinder nicht alleine sein. Sie werden nicht missbraucht oder ausgebeutet werden. Sie werden nicht gefährdet sein von Extremisten rekrutiert zu werden. Sie werden nicht gezwungen sein auf ihr Recht auf Bildung zu verzichten, um in Sicherheit und Frieden leben zu können.

Ich habe Familien in Flüchtlingslagern besucht, die in 4x3 Meter großen Zelten leben, tausende von Meilen entfernt von daheim. Ich habe mit Kindern gesprochen, die Ihre Angehörigen verloren haben und deren Nachbarschaft verschwunden ist. Selbst jene, die physische Gewalt überlebt haben, leiden unter seelischen Verletzungen.

Dennoch die Worte die ich immer wieder und wieder hörte, waren keine Worte der Verzweiflung. Ich hörte Worte von Träumen und Plänen  -   zu studieren, zu spielen, Ärzte zu werden, Lehrer oder Humanisten.

Es gab Worte der Hoffnung, sogar an den hoffnungslosesten Orten.

Ein Herz für Kinder hat diese Hoffnung genährt, auf der ganzen Welt.

Lassen Sie uns heute Abend zu allen Kindern überall sagen: Wir sehen euch! Und morgen – und an allen Tagen darauf. Lassen Sie uns unermüdlich daran arbeiten unsere Herzen zu öffnen und ihre Hoffnung am Leben zu erhalten.

Ich danke Ihnen.